Ich würde alles noch einmal so machen, wie ich es getan habe.
Bis auf eine Ausnahme: Ich würde früher bessere Berater suchen.

Aristoteles

Napoleon hatte einen, Max Planck hatte einen, Lee Iacocca hatte einen, Sebastian Vettel hat einen … - viele Menschen schätzen es sehr, einen Mentor oder eine Mentorin an ihrer Seite zu haben oder gehabt zu haben. Unter Mentoring steht allgemein für einen personengebundenen Lernprozess zwischen einem Mentor und einem Mentee, der seine Stärke aus der Besonderheit und der Wechselseitigkeit einer intensiven Gesprächsbeziehung bezieht. Die Besonderheit der Gespräche im Mentoring besteht darin, dass außerhalb jeglicher Hierarchie, ohne jegliche Weisungsbefugnis des Mentors, auf freiwilliger Basis und in einem vertraulichen, geschützten Raum ein Dialog zwischen zwei Menschen entfaltet wird, der Reflektieren, Infragestellen, Klären und Entscheiden erlaubt.

In Unternehmen wird Mentoring oftmals eingesetzt, um einen Wissensaustausch zwischen einer berufserfahrenen Führungskraft und einem meist jüngeren Mentee zu initiieren. Der Mentor berät den Mentee in seiner beruflichen Entwicklung, klärt über wichtige Spielregeln und Arbeitskulturen auf, führt den Mentee in relevante Sphären der Berufswelt ein. Mentoren helfen und unterstützen durch Rat und Tat bei schwierigen Arbeitsaufträgen, bei der Abwicklung von Projekten, beim Öffnen "verschlossener Türen". Das, was nicht in Lehrbüchern steht, ist der inhaltliche Kern des Mentoringprozesses.

„Wir müssen unsere Jugend auf die Freiheit vorbereiten, sie fähig machen, mit ihr umzugehen. Ich ermutige zur Selbstverantwortung, damit unsere jungen Menschen Freiheit als Gewinn und nicht als Last empfinden. Freiheit ist das Schwungrad für Dynamik und Veränderung. Wenn es uns gelingt, das zu vermitteln, haben wir den Schlüssel der Zukunft in der Hand. Ich bin überzeugt, dass die Idee der Freiheit die Kraftquelle ist, nach der wir suchen und die uns helfen wird, den Modernisierungsstau zu überwinden und unsere Wirtschaft und Gesellschaft zu dynamisieren.“

Altbundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog in seiner ‚Berliner Rede‘

Im sinnorientierten Mentoring stehen weniger Fragen nach dem ‚wie‘ oder ‚was‘ auf dem ‚Programm‘ – vielmehr sucht der Mentee nach Unterstützung bei der Beantwortung von Fragen nach dem ‚wozu‘ und ‚wofür‘. Hier beizutragen, damit der Mensch den Sinn in seinem Lebensthema [wieder-]findet, bedarf nicht der Kenntnisse aus einem speziellen Unternehmensumfeld, Markt oder Produktbereich. Das Zitat von Herzog würde hier entsprechend anders lauten:

„Sinnorientiert handelnde Mentoren unterstützen dabei, Menschen fähig zu machen, Sinnfragen des Lebens zu beantworten. Sie ermutigen zur Selbsttätigkeit, damit ihre Gesprächspartner ihre stets gegebene Freiheit und Verantwortlichkeit erkennen und ihrerseits beginnen, mit Hingabe sich für jemanden oder für etwas einzusetzen, das ihres Einsatzes bedarf – und dies trotz womöglich gegebener eigener Erschwernisse und Hindernisse. Wenn es Mentoren gelingt, ihre Gesprächspartner in diesem Sinne zu helfen, erfahren beide auf ihre je persönliche Weise, dass Sinn die Kraftquelle ist, nach der jeder Mensch sucht und die einzig in der Lage ist, die Belastungen des Einzelnen zu überwinden und damit die Spannung eines erfreuenden, gelingenden Lebens zu erhalten.“